Zeit des Wandels

Wenn Leid die Stirne dir umwebt
und Dunkelheit dein Hirn verhüllt,
wenn alles in dir abwärts strebt
und Leere einzig dich noch füllt,

wenn Kälte deinen Geist umfasst
und Eis sich deine Meinung greift,
wenn alles in dir nur noch hasst
und tief im Herz der Ärger reift,

wenn blanke Wut dein Auge blendet
und nichts in dir das Blatt noch wendet,
wenn alles also grundverkehrt
sich einer Lösung stur verwehrt,
dann ist es Zeit, dass etwas endet!

Dann ist es Zeit, dass Fäden reißen,
dass Zähne sich durch Mauern beißen,
und schließlich in dem Licht, dem gleißen-
den, Neues sehn, das gut wir heißen.

Es ist die Zeit, wenn offne Arme
Ideen möglich werden lassen
die vorher ungedacht im Darme
des Zeitenwurms nicht warn zu fassen.

Ideen, die hinter hohen Mauern
der Ignoranz und Starre glommen
und nun auf neuem, leerem weißen
Papier ins pralle Leben kommen,
weil wir auf Konventionen scheißen
und hoffentlich das nicht bedauern.

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